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Zuchtbedingte Erkrankungen bei Leopardgeckos: Kenntnisstand, Beurteilung, Konsequenzen
Krönke F: Kleintierprax 70 (3): 134–143 DOI 10.2377/0023-2076-70-134
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Zuchtbedingte Erkrankungen bei Leopardgeckos: Kenntnisstand, Beurteilung, Konsequenzen
Breeding determined diseases in leopard geckos: State of knowledge, assessment, consequences
Krönke F: Kleintierprax 70 (3): 134–143
DOI 10.2377/0023-2076-70-134
DOI 10.2377/0023-2076-70-134
Foto: Frank Krönke |
Zusammenfassung
Der Leopardgecko, Eublepharis macularius, ist vermutlich die weltweit am häufigsten gehaltene Echsenart. Charakteristisch ist, dass eine enorme Vielfalt von Farbformen gezüchtet wird, sogenannte (Farb-)„Morphen“. Da die Zucht einen hohen Anteil an Inzucht bedeutet, ist es nicht verwunderlich, dass Erbkrankheiten entstehen und sich ausbreiten, wie z. B. das Enigma-Syndrom (ES) oder Iridophorome. Die Form des Enigma-Syndroms trat 2006 auf und bis heute gibt es keine wissenschaftliche Bewertung dieser Krankheit. Das bedeutet, dass sämtliche Fragen zur Entstehung, Symptomatik oder Behandlung unbeantwortet sind.
Charakteristisch für das Enigma-Syndrom scheint zu sein, dass das Auftreten der ersten Symptome, der Schweregrad des Verlaufs und die Häufigkeit der akuten Anfälle meist sehr individuell sind. Es werden chronische und akute ES-Symptome beschrieben. Der Übergang zwischen beiden Formen kann fließend sein, da die einzelnen Symptome nach und nach auftreten. Im Hinblick auf die Beurteilung des Wohlbefindens ist das Hauptmerkmal der chronischen Form die Unfähigkeit, selbstständig zu fressen. Daraus folgt, dass die Tiere nicht in der Lage sind, alleine zu überleben, wie es gesunde Leopardgeckos sind, was als schwere Beeinträchtigung gewertet werden muss. Bei der akuten Form ist festzustellen, dass alle Verhaltensweisen keinem biologischen Ziel entsprechen und eher reaktiv als aktiv sind. Es scheint, dass das Tier nur eine eingeschränkte Kontrolle über seine Verhaltensprozesse ausüben kann. Aus diesen Gründen werden die Symptome als schwerwiegend eingestuft. Zudem ist zu bedenken, dass es keine bekannte Methode zur Linderung oder Behandlung der Symptome gibt.
In der Schweiz ist die Enigma-Form seit 2015 verboten, weil sie Merkmale aufweist, die als „Qualzucht“ beurteilt werden. In allen anderen Ländern können Enigma-Leopardgeckos weiterhin gezüchtet werden. Dies ist als besonders kritisch und ethisch problematisch zu sehen, da potenzielle Träger des Enigma-Syndroms wider besseres Wissen gezüchtet und vermarktet werden.
Charakteristisch für das Enigma-Syndrom scheint zu sein, dass das Auftreten der ersten Symptome, der Schweregrad des Verlaufs und die Häufigkeit der akuten Anfälle meist sehr individuell sind. Es werden chronische und akute ES-Symptome beschrieben. Der Übergang zwischen beiden Formen kann fließend sein, da die einzelnen Symptome nach und nach auftreten. Im Hinblick auf die Beurteilung des Wohlbefindens ist das Hauptmerkmal der chronischen Form die Unfähigkeit, selbstständig zu fressen. Daraus folgt, dass die Tiere nicht in der Lage sind, alleine zu überleben, wie es gesunde Leopardgeckos sind, was als schwere Beeinträchtigung gewertet werden muss. Bei der akuten Form ist festzustellen, dass alle Verhaltensweisen keinem biologischen Ziel entsprechen und eher reaktiv als aktiv sind. Es scheint, dass das Tier nur eine eingeschränkte Kontrolle über seine Verhaltensprozesse ausüben kann. Aus diesen Gründen werden die Symptome als schwerwiegend eingestuft. Zudem ist zu bedenken, dass es keine bekannte Methode zur Linderung oder Behandlung der Symptome gibt.
In der Schweiz ist die Enigma-Form seit 2015 verboten, weil sie Merkmale aufweist, die als „Qualzucht“ beurteilt werden. In allen anderen Ländern können Enigma-Leopardgeckos weiterhin gezüchtet werden. Dies ist als besonders kritisch und ethisch problematisch zu sehen, da potenzielle Träger des Enigma-Syndroms wider besseres Wissen gezüchtet und vermarktet werden.
Schlüsselwörter
Tierschutz, Farbmorphen, Enigma-Syndrom, Eublepharis macularius, Reptilien
Summary
The leopard gecko, Eublepharis macularius, is probably the most commonly kept lizard worldwide. Characteristic for this species is that an enormous number of colour forms are bred, so-called (colour) “morphs”. Since breeding means a high proportion of inbreeding, it is not surprising that hereditary diseases arise and spread, such as Enigma syndrome (ES) or Iridophoromas. The Enigma form appeared in 2006 and to date there is no scientific assessment of it. This means that all questions about the development, symptoms or treatment remain unanswered.
It seems to be a characteristic of ES that the onset of the first symptoms, the severity of the course, the frequency of the acute seizures are mostly very individual. The chronic and acute ES symptoms are described. The transition between the two forms can be fluid, as the individual symptoms appear gradually. In terms of assessing well-being, the key feature of the chronic form is the inability to eat independently. It follows that the animals are not capable of surviving on their own, as healthy leopard geckos are, what must be assessed as severe impairment. Concerning the acute form, it can be stated that all behaviours do not fulfil a biological goal and are more reactive than active. It appears that the animal can only exercise restricted control over the behavioural processes. For these reasons, the symptoms are considered severe, too. Furthermore, it should be remembered that there is no known method to alleviate or treat the symptoms.
In Switzerland, the Enigma form has been banned since 2015 because it has characteristics, which are judged as “torture breeding”. In all other countries, Enigma leopard geckos can still be bred. This should be seen as particularly critical and ethically problematic, as potential carriers of ES are produced and marketed against better knowledge.
It seems to be a characteristic of ES that the onset of the first symptoms, the severity of the course, the frequency of the acute seizures are mostly very individual. The chronic and acute ES symptoms are described. The transition between the two forms can be fluid, as the individual symptoms appear gradually. In terms of assessing well-being, the key feature of the chronic form is the inability to eat independently. It follows that the animals are not capable of surviving on their own, as healthy leopard geckos are, what must be assessed as severe impairment. Concerning the acute form, it can be stated that all behaviours do not fulfil a biological goal and are more reactive than active. It appears that the animal can only exercise restricted control over the behavioural processes. For these reasons, the symptoms are considered severe, too. Furthermore, it should be remembered that there is no known method to alleviate or treat the symptoms.
In Switzerland, the Enigma form has been banned since 2015 because it has characteristics, which are judged as “torture breeding”. In all other countries, Enigma leopard geckos can still be bred. This should be seen as particularly critical and ethically problematic, as potential carriers of ES are produced and marketed against better knowledge.
Keywords
animal protection, animal welfare, colour morphs, Enigma syndrome, Eublepharis macularius, reptiles
In diesem Kurs enthalten:
- Artikel zur Fortbildung
- Wissenstest zur ATF-Zertifizierung
Anerkennung
| 1 ATF-Stunde |
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Foto: Privat |
Autor
Dr. Frank Krönke
Biologe in München
Preisinformationen
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Abonnenten der Kleintierpraxis bestellen kostenfrei (maximal ein Teilnehmer pro Abonnement)!
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Innerhalb einer Praxis können maximal zwei Teilnehmer pro Abonnement die Fortbildungen kostenfrei nutzen (1 Inhaber und 1 Assistent oder 2 Inhaber nehmen teil). Hierzu muss sich jeder Teilnehmer einzeln registrieren, einloggen sowie die Bestellung durchführen.
Nicht möglich ist die Teilnahme von einer zweiten Person, die außerhalb der Praxis tätig ist.
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- Die Fortbildung können Sie einmalig wiederholen.
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- Der Fachbeitrag steht Ihnen dann als PDF-Datei zur Verfügung.
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- Wenn Sie mindestens 3 von 5 Fragen richtig beantworten, wird Ihnen diese Fortbildung mit 1 ATF-Stunde anerkannt.
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