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Berücksichtigung des MDR1-Defekts beim Hund für die Anwendung von Anästhetika

Müller ES, Geyer J: Prakt Tierarzt (102): 1051–1066 DOI 10.2376/0032-681X-2145

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Berücksichtigung des MDR1-Defekts beim Hund für die Anwendung von Anästhetika
Consideration of the MDR1 mutation in dogs for application of anesthetics
Müller ES, Geyer J: Prakt Tierarzt 102 (10): 1051–1066 DOI 10.2376/0032-681X-2145
Grafik: Joachim Geyer
Zusammenfassung
Bei Hunden mit sog. MDR1-Defekt kommt es genetisch bedingt zu einem Ausfall des wichtigen Arzneistoff-Effluxtransporters MDR1 (syn. ABCB1, P-Glycoprotein) in der Blut-Hirn-Schranke und anderen Geweben. Dadurch ist die Gehirngängigkeit vieler Arzneistoffe erhöht und deren Ausscheidung ist verlangsamt. In Folge kann es zu unerwartet starken Arzneimittelwirkungen bei üblicher Dosierung und zu einer Zunahme von unerwünschten Arzneimittelwirkungen kommen. Während dieses Problem für die Anwendung bestimmter Antiparasitika und Zytostatika weithin bekannt ist und entsprechend Beachtung findet, bestehen im Bereich der Anästhesie häufig Unsicherheiten im Umgang mit MDR1-defekten Hunden. Diese Übersichtsarbeit fasst die wichtigsten Daten für die in der Anästhesie verwendeten Arzneistoffe für Hunde mit MDR1-Defekt zusammen und gibt Hinweise für eine sichere Anwendung trotz MDR1-Defekt. So wird bei Arzneistoffen aus der Gruppe der Neuroleptika (wie z. B. Acepromazin) eine Dosisreduktion empfohlen, da die Arzneimittelwirkung bei MDR1-defekten Hunden stärker ausfällt. Entsprechendes gilt für Opioid-Analgetika, welche bei Fehlen von MDR1 eine insgesamt stärkere Wirkung zeigen, auch eine Verstärkung der unerwünschten Atemdepression. Inhalationsnarkotika, kurz wirksame Injektionsnarkotika wie Propofol oder Alfaxalon, α2-Agonisten und Benzodiazepine sind nach derzeitigem Wissensstand von diesem Problem nicht betroffen. Insgesamt sollte Hunden mit MDR1-Defekt im Rahmen der Anästhesie eine besondere Aufmerksamkeit zuteilwerden, besonders bei der Anwendung von Sedativa und Opioid-Analgetika, um eine effektive und sichere Arzneimittelanwendung zu gewährleisten.
Schlüsselwörter
P-Glycoprotein, MDR1, ABCB1, Opioide, Hund, Anästhesie, Arzneimittelunverträglichkeit
Summary
MDR1 mutant dogs are deficient for the important drug efflux transporter MDR1 (syn. ABCB1, P-glycoprotein) that is normally expressed at the blood-brain barrier and some other tissues. As consequence, brain penetration of many drugs is increased and their excretion is reduced. This results in unexpectedly strong drug reactions and adverse drug reactions are more likely to occur at normal dosage. While this problem is widely known for the use of certain antiparasitic and cytostatic drugs and is being considered accordingly, there are often some uncertainties in the proper handling of MDR1 mutant dogs in the field of anesthesia. The present article summarizes the most important MDR1-related data for drugs used during anesthesia and provides recommendations for their safe use in MDR1 mutant dogs. Among them, a dose reduction is recommended for neuroleptics (e. g. acepromazine), which show greater and more prolonged sedation in MDR1 mutant dogs. The same applies to opioid analgesics, which have stronger drug effects when MDR1 is defective at the blood-brain barrier, but also show increased risk for undesirable respiratory depression. Drug effects of inhalation narcotics, short-acting injection narcotics such as propofol or alfaxalone, α2-agonists and benzodiazepines are according to current knowledge not changed in MDR1 mutant dogs. Overall, dogs with MDR1 mutation should be clinically handled with special care when using sedatives and opioid analgesics to ensure effective and safe drug treatment.
Keywords
P-Glycoprotein, MDR1, ABCB1, opioids, dog, anesthesia, drug intolerance
In diesem Kurs enthalten: 
1: Artikel zur Fortbildung 
2: Wissenstest zur ATF-Zertifizierung
Anerkennung
1 ATF-Stunde
Foto: Eva Saskia Müller
Korrespondierende Autorin
Eva Saskia Müller
Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe MDR1-Defekt im TransMIT-Zentrum PGvet am Institut für Pharmakologie und Toxikologie in Gießen
Preisinformationen
Die ATF-anerkannte interaktive Fortbildung können Sie bequem online erwerben.
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Innerhalb einer Praxis können maximal zwei Teilnehmer pro Abonnement die Fortbildungen kostenfrei nutzen (1 Inhaber und 1 Assistent oder 2 Inhaber nehmen teil). Hierzu muss sich jeder Teilnehmer einzeln registrieren, einloggen sowie die Bestellung durchführen.
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  • Die Fortbildung können Sie einmalig wiederholen.
  • Die Teilnahme ist innerhalb eines Jahres ab Publikationsdatum, in diesem Fall bis zum 1. Oktober 2022, möglich.
  • Der Fachbeitrag steht Ihnen dann als PDF-Datei zur Verfügung.
  • Die Beantwortung der Fragen erfolgt direkt online über unser Fragebogenmodul.
  • Wenn Sie mindestens 70 Prozent der Fragen richtig beantworten, wird Ihnen diese Fortbildung mit 1 ATF-Stunde anerkannt.
Normalpreis  24,90 €
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